Das Pädagogische Konzept

Im Goldbach-Haus werden Kinder nicht nur beaufsichtigt oder gar "verwahrt". Unsere Auffassung ist, dass Kinder in diesem Alter volle Zuwendung und Aufmerksamkeit brauchen; dass es nicht genügt, wenn sie "so nebenher laufen".
Dafür ereignet sich zuviel in diesem Alter, wird zuviel Grundlegendes veranlagt. Zwei sehr erfahrene Fachkräfte leisten diese Arbeit. Und diese Arbeit hat ein Konzept.

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13 Thesen zum pädagogischen Konzept

  • Wir betrachten unsere Arbeit mit dem Wissen, dass sich die uns anvertrauten Kinder in einem Lebensabschnitt befinden, wo sie den wichtigsten Teil ihrer Erfahrungen machen werden.
  • Auch wenn wir an keine Konfession oder Ideologie gebunden sind, ist unsere Prägung dennoch aus einer christlichen und europäischen Kultur entstanden. Das fließt in die Gestaltung der Arbeit ein. Gleichwohl machen wir keinen Unterschied, aus welchem Land, welcher Religion, welcher Weltanschauung oder welcher sozialen Gruppe ein Kind zu uns kommt.
  • Jedes Kind hat das Recht, von Geburt an ernst genommen zu werden.
  • Jedes Kind hat ein Recht auf Achtung. Daraus ergibt sich für Erwachsene im allgemeinen und für Erzieher im besonderen die Pflicht, nicht erst ihren, sondern zuerst den Interessen des Kindes Rechnung zu tragen.
  • Kinder haben ein Recht auf Ordnung und Verlass. Ohne sie gibt esweder Sicherheit noch Vertrauen.
  • Kinder haben ein Recht auf Schutz. Gemeint ist damit besonders auch der Schutz vor Zeitmangel, Missachtung, Einsamkeit, Fantasiezerstörung, Medienberieselung, schlechtem Spielzeug, frühem Leistungsdruck u.v.m. Erscheinungen, die weit verbreitet sind.
  • Kinder brauchen eine sichere Führung. Sie kennen den Weg noch nicht. Von einem Kind eine Entscheidung zu erwarten ist, wie wenn man ohne Kompass eine Hochseereise machen wollte.
  • Kinder brauchen die Gemeinschaft. Wer von klein an mit anderen Umgang hat, lernt früh, mit anderen umzugehen. Das Ergebnis: Soziale Erfahrung (Kompetenz).
  • Die Welt des Kindes ist sinnlich. Es muss sehen, tasten, schmecken, hören, riechen, fühlen; es will begreifen. Alles ist neu. Und wer das erste Mal erlebt, wie sich ein Stein, eine Dose oder ein Regenwurm anfühlt, dem sind Erklärungen über Beschaffenheit und Zweck, dem ist der intellektuelle Verstanddes Erwachsenen noch verschlossen: Die Quelle mancher Missverständnisse.
  • Erfahrungen müssen gemachtwerden, sonst sind es keine Erfahrungen. Dazu gehören Freude und Lust genau so wie Tränen und Schmerz, Anpassung oder Freiheit. Keine Belehrung durch „Erfahrene“kann die eigene Erfahrung ersetzen. Die Abwägung ist nicht immer leicht, aber im Grundsatz gilt: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.
  • Kinder sind kein Eigentum der Erwachsenen –noch nicht mal das der Eltern. Sie sind Teil der Gesellschaft und ihr zur Fürsorge und guten Erziehung übergeben. Besonders den Eltern. Dieser Auftrag sollte der Maßstab für alles Handeln sein.
  • Wir lernen ab dem ersten Tag. Kinder erwarten daher von Anfang an Kultur und Bildung. Wie soll man hoffen, dass ein Mensch später über etwas verfügt, was er in seiner wichtigsten Lernfase nicht erfahren hat?
  • Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Was wir den Kindern heute mit auf den Weg geben, wird morgen unsere Gegenwart sein. Daran sollten wir immer denken!